Nerolidol ist ein Sesquiterpenalkohol, ein natürlicher Duftstoff mit zartem, blumig-holzigem Geruch, der an Rose und Apfel erinnert. Er kommt in den ätherischen Ölen vieler Pflanzen vor, wird als Duft- und Aromastoff genutzt und ist in kleinen Mengen auch in Hanf nachgewiesen.
Dieser Glossar-Beitrag erklärt, was Nerolidol chemisch ist, welche Formen es gibt, wo es vorkommt und wie du die Angabe in einem Terpenprofil einordnest. Das Zusammenspiel aller Aromastoffe der Hanfpflanze beschreibt der Ratgeber Terpene in Cannabis. Sorten mit ausgewiesenem Terpenprofil findest du bei unseren CBD Blüten, jede mit Herkunft, Anbautyp und Laborzertifikat zur Charge.
Nerolidol im Steckbrief: Chemie, Duft und Siedepunkt
Chemisch ist Nerolidol ein offenkettiges Sesquiterpenoid mit der Summenformel C15H26O. Es trägt eine Alkoholgruppe und ist damit, wie Linalool, streng genommen kein reines Terpen, sondern ein Terpenoid. Ein weiterer Name ist Peruviol. Die Stoffdatenbank PubChem nennt einen Siedepunkt von 275 bis 277 °C. Damit siedet Nerolidol deutlich höher als Monoterpene und verdunstet entsprechend langsam. Zum Vergleich: Linalool, ein kleinerer Alkohol aus derselben Stofffamilie, siedet laut PubChem bei 198 °C. Sesquiterpene sieden nach einer Übersichtsarbeit von 2016 allgemein zwischen etwa 250 und 280 °C.
| Stoffklasse | Sesquiterpenalkohol (Sesquiterpenoid, offenkettig) |
|---|---|
| Summenformel | C15H26O |
| Duft | zart blumig und holzig, erinnert an Rose und Apfel |
| Vorkommen in der Natur | ätherische Öle vieler Pflanzen, etwa Kardamom, Bittermelone und Pfeffergewächse; in kleinen Mengen Hanf |
| Siedepunkt | etwa 275 bis 277 °C (Quelle: PubChem, JECFA) |
Cis- und trans-Form: was die Vorsilben bedeuten
Nerolidol kommt in zwei geometrischen Formen vor, cis und trans. Sie unterscheiden sich in der räumlichen Anordnung an einer Doppelbindung. Dazu gibt es von jeder Form zwei spiegelbildliche Varianten, insgesamt also vier Isomere. In Laboranalysen taucht der Stoff deshalb manchmal als Nerolidol und manchmal als trans-Nerolidol auf. Gemeint ist derselbe Duftstoff in unterschiedlich genauer Angabe.
Wo kommt der Duftstoff vor, und wofür wird er genutzt?
Eine Übersichtsarbeit aus dem Jahr 2016 beschreibt Nerolidol als Bestandteil der ätherischen Öle zahlreicher Pflanzen, darunter Kardamom und Bittermelone. Am häufigsten wird es aus Blättern gewonnen. Den höchsten dort genannten Anteil im Blattöl hat das Pfeffergewächs Piper claussenianum. Der Gehalt schwankt mit Jahreszeit, Standort, Klima und Alter der Blätter.
Genutzt wird Nerolidol vor allem als Duftstoff, etwa in Shampoo, Parfüm und Reinigungsmitteln, außerdem als Aromastoff in Lebensmitteln. Den weltweiten Verbrauch beziffert die Übersichtsarbeit auf 10 bis 100 Tonnen pro Jahr.
Welche Rolle spielt es in Hanf?
Hanf bildet seine Duftstoffe in den Drüsenhaaren der Blüten. Nerolidol gehört dort zu den Nebenkomponenten: Eine Übersichtsarbeit aus dem Jahr 2022 führt Nerolidol und trans-Nerolidol in ihrer Liste der in Cannabis nachgewiesenen Terpene, mit kleinen Mengen je Gramm getrockneter Blüte. Vom Aufbau her steht es Farnesen nahe, beide haben ein offenes Gerüst aus 15 Kohlenstoffatomen.
In den Terpenprofilen des CBDÍA-Sortiments wird Nerolidol derzeit nicht genannt (Stand Oktober 2026). Das ist bei einem Nebenterpen nicht ungewöhnlich, denn die Profile führen die Duftstoffe auf, die eine Sorte prägen. Wenn dir Nerolidol in einer Laboranalyse begegnet, helfen drei Punkte:
- Es steht meist weit hinten, hinter Myrcen, Limonen oder Beta-Caryophyllen.
- Nerolidol und trans-Nerolidol meinen denselben Stoff in unterschiedlich genauer Angabe.
- Der Wert gilt für eine Charge. Anbau, Trocknung und Lagerung verändern den Gehalt.
Was die Forschung untersucht
Die Übersichtsarbeit von 2016 trägt die Forschung zu Nerolidol zusammen, darunter Arbeiten aus Labor- und Tiermodellen. Zur Frage, ob Terpene und Cannabinoide zusammenspielen, hält die Arbeit von 2022 fest, dass Studien diese Idee teils stützen und teils widerlegen. Aus dem Nachweis von Nerolidol in einer Blüte folgt deshalb keine Aussage über eine Wirkung. Das Terpenprofil beschreibt das Aroma einer Sorte, nicht ihren Nutzen.
Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Terpene werden hier als Aroma- und Pflanzenstoffe beschrieben, nicht als Wirkstoffe. Stand: Oktober 2026.








